Graffiti Workshop und StreetArt-Tour mit BeNeR1 in Hannover

Schon lange war ein Workshop von YoungArt-lern unter der Leitung des Graffiti-Künstlers BeNeR1 aus Hannover geplant. Zum Frühjahr wurden die Planungen dann endlich konkreter und wir konnten gemeinsam mit der Stadtjugendpflege im Rahmen des Ferien-Passes einen Workshop anbieten.

Zunächst war die Idee, den Workshop in Einbeck stattfinden zu lassen, doch schon bald schien es allen Young Artlern spannender und authentischer, den Workshop direkt im Atelier des Künstlers in Hannover durchzuführen. BeNeR1 ist ein Einbeck durch seine Kunstwerke an vielen Flächen im Stadtgebiet bekannt (Schimpanse am Kindergarten, Rathausfassade, YA-OpenAir Galerie Tiedexer Str., FREIgeist Hotel…). Er betreibt sein Atelier in Hannover und gibt dort auch regelmäßig Graffiti-Worskhops für Kinder und Jugendliche.

Also machten wir uns mit 11 Teilnehmern am 17. Juli auf den Weg nach Hannover. Nach ein paar gravierenden Motorproblemen mit dem schönen, aber doch recht betagten Sprinter der Stadtjugendpflege kamen wir dann noch fast pünktlich an und so ging es auch gleich los. BeNeR erzählte zunächst einiges über die Geschichte der Hip-Hop-Kultur und ihren Bezug zu Graffiti. Wie fing eigentlich alles an? Wo kommen die wilden Buchstaben her? Was ist der Unterschied von „Graffiti“ und „Street-Art“? Was bedeuten eigentlich die Wörter „Graffiti“, „Tags“, „Piece“ und „Wildstyle“? Diese und viele andere Fragen wurden beantwortet.

Das YoungArt-Motto „Legal ist genial“ war natürlich auch Thema und somit wurde auch über die Konsequenzen von illegalem Bemalen von Wänden und Zügen aufgeklärt. BeNeR berichtete dabei einiges über seine eigenen Erfahrungen und zeigte auf, welche tollen Entfaltungsmöglichkeiten es für legales Graffiti gibt und welche Techniken einen dabei immer weiter bringen können.

Dann ging es endlich an die praktischen Themen. Wie fängt man überhaupt an, ein Graffiti zu gestalten? Wie findet man seinen eigenen „Style“? Es wurden erste Skizzen gezeichnet und Übungen gemacht. Das Tagesziel für jeden war, eine kleine Leinwand mit einem Schriftzug zu gestalten. Zunächst fertigte somit jeder eine Skizze an, die er dann später auf die Leinwand mit Spraydosen und Acrylmarkern übertragen sollte.

Bevor es aber an die Leinwände ging wurden erst einmal draußen ersten Erfahrungen mit der Sprühdose gesammelt. BeNeR klärte über die gesundheitlichen Risiken auf und verteilte Atemschutzmasken und Handschuhe. Anschließend wurde uns die Technik beim Sprayen vermittelt. Jeder konnte sich auf einer Übungswand etwas austoben. Dann ging es auch schon an die Hintergrundgestaltung unser kleinen Leinwände. Von wilden Farbexperimenten bis zu Farbverläufen konnte ziemlich viel ausprobiert werden und jeder entwickelte schon bald seinen eigenen Stil.

Die Leinwände mussten nun trocknen, bevor es an die Schriftzüge ging. Wir nutzten die Zeit für eine Mittagspause. BeNeR ging mit uns vorher noch eine kleine Runde durch den Stadtteil und führte uns zu einigen Graffiti-Hot-Spots. Dazu gab es jede Menge Insiderinfos direkt vom Profi.

Gut gestärkt mit Pizza satt, fingen nun alle an, die Leinwände mit speziellen Acrylstiften zu bemalen. Hier war viel Geduld gefragt, denn so ein farbenfrohes und sauberers Graffiti entsteht in mühevoller Detailarbeit. Zum Schluss konnten alle auch noch mit der Airbrush-Pistole ein paar Effekte auf ihre Leinwand aufbringen.

Das Endergebnis stellte einfach alle zufrieden. Interessant war auch, wie unterschiedlich jeder einzelne Stil der Young Artler ausfiel.

Glücklich und zufrieden fuhren wir wieder Richtung Heimat. Allerdings nicht mit dem Sprinter, in dem wir gekommen waren – denn der war kaputt. Uns wurde aber geholfen. Ohne lange zu zögern bot uns der Chef der Autowerkstatt Hannover Mitte an, uns allesamt von Hannover wieder nach Einbeck zu bringen. Und das komplett kostenlos. Grund: „Das hätte jeder andere für meine Kinder doch auch getan…!“ Wir sind SUPER glücklich für diese Herzlichkeit und schicken auch hier noch einmal ein riesiges Dankeschön zurück nach Hannover!!

Vielen Dank an BeNeR1, Eileen aus der masch24, Gudrun Schwarz und natürlich alle Teilnehmer! Bis zum nächsten Workshop.