Osteraktion 2014: Teil 1 – Mach die Welt zu (d)einer Leinwand

Osteraktion Teil 1:
[…]

Am Ostersamstag hat die Jugendinitiative „Young Art Einbeck“ ihre Ostertradition fortgesetzt und sehr anschaulich gleich drei aufwendige Kunst-Installationen in der Langen Brücke und auf dem Einbecker Marktplatz präsentiert. Es handelte sich in diesem Jahr geradezu um Kunstinseln, auf denen Passanten in der Zeit von 09:00 bis 14:00 Uhr landen und auch selbst kreativ bzw. aktiv werden konnten. In vielen der wöchentlich am Dienstag ab 17:00 Uhr stattfindenden Young Art Treffen im Einbecker Konzert- und Kulturhaus TangoBrücke, dutzenden verschiedenen Entwürfen und schließlich den Installationsarbeiten in der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag bis in die frühen Morgenstunden hinein stand wieder einmal fest: Young Art zieht Kunst immer wieder hinaus aus den Galerien und Museen direkt in den Alltag der Menschen – und das immer wieder zu Tagen, an denen garantiert auch sehr viele Menschen unterwegs sind. 

Die erste der drei Kunstinseln wurde geplant von einem Team unter der Leitung der Kunststudentin Sivia Dinh. Hier ging es vornehmlich um die befreiende Wirkung von Kunst im Leben der Menschen. Unmittelbar vor der TangoBrücke wurde ein vorne offener Raum aus drei weiß bespannten Bauzäunen installiert. Sämtliche Möbel und Einrichtungsutensilien in dieser kleinen eigenen Welt waren zu Beginn der Performance komplett weiß. Der Auftrag: Knallbunt sollte alles werden. Die jungen Künstler sprachen somit die Passanten an und drückten ihnen Pinsel und Farben in die Hand. „Heute ist der Tag, an dem die Menschen sehen sollen, dass man alles gestalten und bunt machen kann, wenn man nur will“, so Kunststudentin Sivia Dinh. Von Stunde zu Stunde wurde somit die weiße Einheitswohnkultur zu einem farbenfrohen Lebensraum. Das Motto „Mach die Welt zu Deiner Leinwand“ ging auf und sorgte für viel Freude bei vielen Zuschauern und bei den aktiv gewordenen Lebenskünstlern.

 

[nggallery id=14]

Osteraktion 2014: Teil 2 – Blick unter den Schuh

Osteraktion Teil 2:

[…]

In der zweiten Gruppe um Mitinitiator Volker Stix wurde kunstvoll und mutig ein lokales Reizthema dargestellt, das für vorübereilende Passanten zunächst nicht zu sehen war. Aufgebaut worden war auf dem Marktplatz ein aus drei Bauzäunen geschlossenes Dreieck, das komplett sichtdicht mit schwarzem Kunstleder behängt war. Wer wissen wollte, was sich kunstvolles in dem geschlossenen Dreieck befand, wurde dazu eingeladen, über eine Treppe auf ein Podest zu steigen. Der Blick über den Zaunrand sprengte dann so gut wie alle österlich-bunten Erwartungen. Am Karfreitag hatten fünf fest entschlossene Young Artler ihren Mut zusammengenommen und sich von der Dr.-Friedrich-Uhde-Straße an bis zum Langen Wall entlang der Einbecker Wallanlagen auf die Suche nach eher ungeliebten „Ostereiern“ gemacht. Innerhalb von lediglich zwei Stunden war es möglich gewesen, ein selbstgezimmertes, auf Rädern montiertes Holzdreieck mit den Schenkelmaßen von stattlichen 3,50 Meter zu jeder Seite, komplett mit herrchenlosem Hundekot zu bedecken. Der Hundekot war offensicht- und riechlich auf den Wallanlagen von Hundehaltern- und Hundehalterinnen vergessenen worden. Das alles andere als frühlingshaft anmutende Dreieck wurde sodann in einer Nacht- und Nebelaktion auf dem Marktplatz im beschriebenen Bauzaundreieck auf einer Höhe von gut 1,70 Meter eingehängt. Das eindeutig als geschmacklos zu bezeichnende Kunstwerk erfüllte ohne weiteres Zutun seinen Sinn: Es wurde deutlich, dass der Hundekot auf Einbecks Straßen vielen Bürgern- und Bürgerinnen gewaltig stinkt. Auf einer Unterschriftenliste trugen sich sodann auch gut 100 Mitbürger- Mitbürgerinnen ein, die dieses stinkende Übel aus Einbecks Innenstadt verbannen wollen.

[nggallery id=13]

Osteraktion 2014: Teil 3 – Kükenmord

Osteraktion Teil 3:
[…]
Gleich nebenan sind bei der Young Art Gruppe um Rainer Michael Hartje hunderte Küken in Lebensgefahr geraten. Es ist seit Jahrzehnten gängige Praxis, dass bei der industriellen Eier- und Hähnchefleichproduktion männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen von den weiblichen getrennt und getötet werden. Über Förderbänder werden männliche Eintagsküken dann in einen Schredder befördert und lebendig gehäckselt. Diese aus rein kommerziellen Gründen laufenden Tötungsmaschinerie hat Young Art eindrucksvoll in die Osterharmonie gerückt, in der sich sonst üblicher Weise alles eher um hübsche kleine Schokoküken und –hasen dreht. Dazu wurden in den letzten Wochen im Team und mit Passanten über 1.000 niedliche Papierküken gebastelt. In einem zweiten abgehängten Bauzaundreieck war eine Kükenschreddermaschine installiert worden. Ob Kinder oder Erwachsene, jeder hat ein Küken in die Hand bekommen und die Wahl zwischen Kükenrettung oder Kükentötung treffen müssen. Wer es gerettet hat, ist die Verpflichtung eingegangen, es zu hegen und zu pflegen, wer es tötete, hat es auf die Metallrutsche in den Schredder setzen müssen. „Vor Ort basteln und vor Ort töten“ hat zu interessanten Diskussionen geführt. „Wo bekomme ich denn in Einbeck Fleisch von glücklichen Hühnern, wenn ich mich bewusst gegen die Massenproduktion entscheide?“ oder auch „Wäre es nicht sinnvoll, auf dem Wochenmarkt eine Broschüre mit Informationen zu Eierproduzenten aus unserer Region auszulegen, die auf solche Praktiken bei artgerechter Haltung gänzlich verzichten?!“ Die Bereitschaft zum Kauf teurerer Lebensmittel ist definitiv gegeben und insbesondere die Kinder haben ihr Küken lieber gerettet als geschreddert.

Jugendliche, die Lust haben, sich den Young Artlern anzuschließen, haben die Möglichkeit, sich dienstags zu den Young Art Treffen in der TangoBrücke in der Langen Brücke 1 einzufinden. Ab 17:00 Uhr wird regelmäßig zunächst gemeinsam gekocht, bevor dann in großer Runde neue Kunstaktionen, Workshops und sonstigen spannenden Aktionen besprochen werden. Weitere Infos unter www.facebook.com/YoungArtEinbeck.

[nggallery id=12]

,

Horror auf der Music Night

Eine vorab Preview für den Horrortrip, der am Freitag, den 13. September statt
 ndet, lieferten die Aktivisten von YoungArt bei der MusicNight, an der viele Besucher
durch die Einbecker Straßen liefen: Der Konzertsaal der TangoBrücke wurde
aufwendig im Horrorstil dekoriert sowie fanden zahlreiche Kostümierungen statt.
Das Endergebnis des Tages lies sich sehen! Es entstanden viele tolle Bilder, die nun
zu eigenen Werbezwecken genutzt werden können.

[nggallery id=10]

 

Kunst, die unter die Haut geht – 23.Null Sechs

„Kunst, die unter die Haut geht“– unter diesem Namen kündigten die Macher/innen von „Young Art in Einbeck“ ihre erste komplett eigenständig durchgeführte Kunstmesse für progressiv-jugendliche Kunst an. Was die Besucher der Innenstadt dann am 22. und 23. Juni 2013 auf einer Strecke von gut 100 Meter im Zuge der kompletten Langen Brücke in Einbeck zu sehen bekamen, wurde dem Wortspiel, welches offensichtlich im Veranstaltungstitel versteckt war, in vollem Umfang gerecht. Weiterlesen

Schon mal mit einem Ei gemalt?

29.03.2013 – The day before

21:00: Der Task-Force-Stab des YoungArt Teams wurde planmäßig einberufen.

Schnell versammelten sich alle Zuständigen auf der „T-Brücke“ um die letzten Vorbereitungen für die kurz bevorstehende Ostermission zu treffen.

30.03.2013 – Die Art-Mission

08:00: Wie geplant traf nun die gesamte Young Art Gruppe – an diesem Tag als Truppe aktiv – ein und stellte schnell schlagkräftigen  Tatendrang unter Beweis. Gemeinsam starteten die Aktivisten den Aufbau der 4 x 2 Meter großen Art-Schuss-Anlage und stellten die Substanzen für die Munitionen bereit. Als Partronenhülsen sollten an diesem Tag Bioeier zum Einsatz kommen, die im Laufe der Art-Schlacht von vorbeischlendernden Zivilisten zunächst ausgeblasen werden sollten, um im Anschluss mit höchst lebensunbedrohlicher Biofarbe der Firma Farben Schrader aus Einbeck gefüllt zu werden. Die Bioeier-Patronenhülsen wurden bezeichnender Weise vom Biohof Penk geliefert!

Es war vorbildlich, wie flexibel die noch junge Young Art Truppe auch auf unvorhersehbare Unwägbarkeiten reagierte: Es gab zunächst noch Versorgungsprobleme (Brötchen) und jeder weiß: Ohne Mampf kein‘ Kampf. Um sich aus der Abhängigkeit eines Lieferanten zu lösen, wurde kurzerhand eine Notration aus einer anderen zivilen Bäckerei beschafft. Später sollte sich zeigen, dass auf die Lieferanten des Young Art Bund natürlich verlass war. Ab 10:45 Uhr gab es mehr Brötchen, als das Team beim besten Willen verdrücken konnte. Die Mühlenbäckerei Busse hat für dieses Art-Manöver alles gegeben!

Die Vorbereitungen liefen somit außerplanmäßig, aber dennoch hervorragend ab. Zu Beginn der eigentlichen Art-Schlacht war dann die Feldküche, die Munitionsfabrik und die Eierschussanlage in 1A-Kondition vorbereitet und die Aktivisten waren bereit, einem großen Heer von Art-Besessenen schlagkräftig zu begegnen.

10:30: Die ersten Einschläge zeigten ihre Spuren und ließen bereits Schlüsse auf das bevorstehende Farben-Inferno zu. Menschenmassen versammelten sich im Handumdrehen auf dem Art-Schlachtfeld vor der großen YoungArt Schussanlage. Nach kurzer Zeit schon schlossen sich weitere freiwillige der Young Art Truppe an, um dabei zu helfen, mit dem Ansturm der vielen Hobby-Art-Aktivisten fertig zu werden. Denn der Kunsthunger der Zivilisten war viel größer als erwartet und eine Schlange von „Schusslustigen“ stand schon gegen 11:30 vor der Young Art Eier-Feldküche.

Es befanden sich also drei Stationen auf der Art-Anlage: Die erste Station war die Art-Feldküche, bei der die Freiwilligen sich selber ihre Patronenhülle herstellen konnten. Mit dem Inhalt der Eier bereitete das Feldküchenteam dann sogleich ein stärkendes Rühreibrötchen zu, um alle Art-Schützen auch gut gestärkt zum Art-Schussansatz zu geleiten. Die zweite Station schließlich war die Munitionsfabrik. Hier wurden die frisch ausgeblasenen Patronenhülsen mit Farbe gefüllt. Ein jeder Gelegenheits-Kunstschütze hatte die Wahl, mit welcher Geschossfarbe er bzw. sie das Ziel treffen wollte, um somit individuell das Gesamtwerk mitzugestalten.

Endlich war es dann soweit: Ein jeder Art-Schütze bewegte sich zur großen YoungArt Schussanlage und feuerte mit voller Kraft das Geschoss durch die Luft. Verletzt wurde dabei erstaunlicher Weise niemand. Und auch das Empfinden für Ästhetik blieb bei vielen Menschen an diesem Vormittag gänzlich unverletzt. Vielmehr wurde gemeinsam über die spontan entstandenen Farbenspiele auf der großen Leinwand philosophiert und gestaunt.

14:00: Das Feuer wurde eingestellt, das Schlachtfeld der Farben wurde mit Hochdruck von den Schlachtspuren befreit und viele Zivilisten, die an diesem Vormittag meist rein zufällig in das Kunstschlachtspektakel verwickelt wurden, gingen mit schönen bunten Impressionen nach Hause in die Osterstuben. Eines der großen Schlachtziele, nämlich die Steigerung der Bekanntheit der YoungArt Truppe – ähm Gruppe – wurde mit dieser Eierschlacht ganz sicher erreicht. Das Bewusstsein, dass die Jugend in Einbeck unter dem Decknamen YoungArt doch recht kreativ im regionalen Kunstgeschehen mitmischt, ist in der zivilen Bevölkerung sicher schon gewachsen.

14:30 Das Schlachtfeld wirkte verlassen. Nur noch der „inner circle“ der Young Art Task Force blickte auf das riesige, im Rahmen der Schlacht entstandene Kunstwerk. Ein Moment der Stille lässt die innere Befriedigung spürbar werden. Scheinbar zur Belohnung zeigte sich auch noch kurz die Sonne. Entzückt erlebten die Young Art Macher diesen Moment dann mit einer Eiswaffel in den Händen – den Händen die alles erschaffen haben.

Die Mission war erfolgreich und das ganze YoungArt Team freut sich jetzt schon auf die nächste Mission – ähm Kunst-Aktion.

[nggallery id=5]

Operation „zweivier-zwölf“ – eine weihnachtliche Angelegenheit

Es war spät, nass und dunkel, doch das hielt uns hobbylosen Freaks nicht davon ab, Einbeck-City ein wenig bunter zu machen. Also rannten wir mit Tomaten durch die Gegend und schmissen alles, was uns in das Sichtfeld kam, mit dem roten Gemüse ab. Spaß beiseite. Mit Taschen voller glänzenden Stoffen und Schleifen in allen Regenbogenfarben und großen Weihnachtskarten schmückten wir die Laternen, Holzbänke und müffelnde „Papierkörbe“ (Mülltonnen) unserer Stadt. Wir haben unsere Kreativität auf unheimlichen Bushaltestellen, in dunklen Parks, bei Kirchen und in unserer wundervollen Innenstadt verteilt. Hierbei ernteten wir so manch verdutze Blicke.

Mit dieser Aktion wollen wir euch deutlich machen, dass selbst Mülltonnen kälteempfindlich sind und es verdient haben, etwas zu tragen, sei es auch ein glänzendes Tuch.

– Im ernst, glaubst Du an den Weihnachtsmann? Also der wahre Grund für diese Aktion war, dass wir Einbeck zur Weihnachtszeit ein wenig mehr Farbe verpassen wollen.

Fröhliche Kinder die lachen, fröhliche Menschen und besonders fröhliche Einbecker zu diesem tristen Alltag, ist das Schönste!

In anderen Augen gefasst:

Kommerzielle Weihnachtswerbung, alles dreht sich um die Geschenke, heile Weltansicht,
TV schauen, Internet, chatten, und was am Ende dabei rauskommt – ein verlorener Tag.

Deswegen wünschen wir, Young Art, euch besinnliche Weihnachten und feiert das heilige Fest! Macht etwas Gemeinsames, spielt Gesellschaftsspiele, singt miteinander.
Seid einfach mal kreativer 🙂

[nggallery id=4]